Literaturgeschichtliches Proseminar
Reents


Geschichte der Literaturkritik (von 1900 bis heute) (History of literary criticism (1900 - 2008))

BA B2.2; BA B2.3
Mag, LA, BA

r
Fr 9.15 - 10.45
Beginn: 11.04.2008
PB SR 137


Gegenstand:
In dem zweistündigen Seminar wird an ausgewählten Fallbeispielen die Geschichte und Entwicklung der Literaturkritik von etwa 1900 bis heute erarbeitet. Das Seminar versteht sich zwar als Fortsetzung des im Wintersemester abgehaltenen Proseminars, das die Entwicklung der Literaturkritik von Gottsched bis um 1900 zum Gegenstand hatte, ist aber auch unabhängig davon belegbar.
Im frühen 20. Jahrhundert treten einzelne Kritikerfiguren wie Alfred Kerr und Siegfried Jakobsohn hervor. Während Kerr Kritik als eigenes Kunstwerk begreift, sieht Jakobsohn die Aufgabe von Kritik in der Veränderung der Gesellschaft. Schwerpunktthemen auf dem Weg von diesen beiden Großkritikern bis hin zur Literaturkritik der Gegenwart werden sein: Walter Benjamins Technik des Kritikers in dreizehn Thesen (1928), die Literaturkritik im „Dritten Reich“, Re-Education und Entwicklung in Ost und West, die Kritik der Literaturkritik (etwa Positionen von Karl Heinz Bohrer, Theodor W. Adorno, Peter Hacks, Hans-Magnus Enzensberger), Kritik deutscher Literatur im Ausland (John Updike über Thomas Bernhard und Martin Walser), bis hin zum Stand der Literaturkritik heute (so genannte Literaturskandale, wie bei Martin Walsers Tod eines Kritikers (2002) und Günter Grass’ Beim Häuten der Zwiebel (2006).

Organisationsform:
Das Seminar ist Teil des seit dem Wintersemester eingeführten Studienangebots „Literaturkritik, Literaturvermittlung und Literarische Wertung“. Dieses richtet sich an Studierende, die über das in der Germanistik vermittelte Grundlagen- und Fachwissen hinaus, Wege in die sich ihnen bietenden Berufswelt erschließen möchten. Während für den angehenden Lehrerberuf berufsbezogenes Lernen (Fachdidaktik und Pädagogik) und Praxiserfahrung (Schulpraktika, Referendariat) selbstverständlich geworden sind, so besteht durchaus ein Manko an berufsorientiertem Praxisbezug für diejenigen Studierenden, die nicht oder nicht ausschließlich in der Wissenschaft oder in der Schule arbeiten wollen, sondern in dem immer größer werdenden Bereich des so genannten Kultur- oder Literaturbetriebs Fuß fassen möchten.

Voraussetzungen:
BA B 2.2: in der Regel B 1.1, B 2.1, PS Mag und LA: in der Regel entsprechende Einführung
BA B 2.3: in der Regel B 1.2, PS Mag und LA: in der Regel entsprechende Einführung
Leistungsnachweis:
BA B 2.2 Proseminar: 4 LP durch mündl. Prüfung
BA B 2.3 Proseminar: 5 LP durch Hausarbeit
PS Mag und LA: PS-Schein durch Hausarbeit, mündl. ZP
Einführende Literatur:
Thomas Anz / Rainer Baasner (Hg.), Literaturkritik. Geschichte, Theorie, Praxis, Beck’sche Reihe, 3. Aufl. 2007, € 12,95.