Literaturgeschichtliches Proseminar
Reents


Stimmung in der Literatur ("Stimmung" in literature)

BA B2.2; BA B2.3
Mag, LA, BA

Do 9.15-10.45
Beginn: 07.04.2008
PB SR 123


Gegenstand:
Das deutsche Wort ,Stimmung’ gehört, anders als seine fremdsprachlichen Entsprechungen, ursprünglich in einen musikalischen Sinnzusammenhang: entweder als Vorgang und Ausführung oder aber als Ergebnis des Stimmens, also den Zustand des Gestimmtseins oder der Gestimmtheit. Diese kann sich auf das Instrument beziehen – oder aber in Übertragung der musikalischen Vorstellung auf die inneren Kräfte des Menschen: In der Rhetorik als Mittel im Rahmen des vom Redner zu leistenden Überzeugungsprozesses, in der Weltanschauungslehre des 19. oder der Existenzphilosophie des 20. Jahrhunderts, in der Psychologie in Abgrenzung zu ,Emotion’ und ,Gefühl’ und schließlich im Prozess der Schöpfung von Kunst (Produktionsästhetik) und in ihrer Betrachtung (Wirkungsästhetik).
An ausgewählten Beispielstexten soll die Entwicklung von ,Stimmung’ in der Literatur nachgezeichnet und reflektiert werden: von der Aufklärung (Kant) über die Klassik, Romantik und den deutschen Idealismus (Goethe, Schiller, Tieck; Hegel, Fichte), des weiteren den Realismus und die Moderne (Nietzsche, Riegl, Heidegger, Bollnow) bis zur gegenwärtigen Standortbestimmung von ,Stimmung’ in der Literatur(theorie) (Wellbery, Gumbrecht).

Organisationsform:
gemeinsame Lektüre von ausgewählten Texten und Diskussion, ggf. Referate.
Voraussetzungen:
BA B 2.2: in der Regel B 1.1, B 2.1, PS Mag und LA: in der Regel entsprechende Einführung
BA B 2.3: in der Regel B 1.2, PS Mag und LA: in der Regel entsprechende Einführung
Leistungsnachweis:
BA B 2.2 Proseminar: 4 LP durch mündl. Prüfung
BA B 2.3 Proseminar: 5 LP durch Hausarbeit
PS Mag und LA: PS-Schein durch Hausarbeit, mündl. ZP
Einführende Literatur:
Wellbery, David, ,Stimmung’, in: Karlheinz Barck, u.a. (Hg.), Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Stuttgart 2000-2003, Bd. 5 (2003), 703-733.