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Prof. Dr. Barbara Beßlich
Prof. Dr. Barbara Beßlich

Moralische Wochenschriften der Aufklärung

Do, 16:15-17:45
Kstr. 2 SR 004
Beginn: 14.4.2011

Gegenstand

Nach englischem Vorbild entstehen in Deutschland im frühen 18. Jahrhundert \"Moralische Wochenschriften\", die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Themen und Ziele der Aufklärung für ein bürgerliches Publikum zu popularisieren. Unter redaktioneller und schriftstellerischer Beteiligung der führenden Autoren der deutschen Aufklärung (Gottsched, Bodmer, Breitinger, Lessing) bilden diese Zeitschriften ein wichtiges Medium, um vor allem Erziehungs- und Tugendvorstellungen zu diskutieren und einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.
Das literatur- und medienhistorisch ausgerichtete Seminar will einen Überblick über die Fülle dieser deutschsprachigen moralischen Wochenschriften vermitteln, ein regional spezifiziertes Phasenmodell diskutieren und vor allem literarische Schreibweisen, erzählerische und lyrische Formenvielfalt (Brief, Tagebuch, Fabel, Gespräch, Lied, Stadtbeschreibung) in den Periodika an repräsentativen Beispielen analysieren. Welche Bedeutung etwa dem (fingierten) Leserbrief in der Rezeptionsästhetik der moralischen Wochenschriften zukommt, soll sozialgeschichtlich kontextualisiert werden.

Organisationsform

Arbeitsgruppen, Referate, Gespräche im Plenum. Regelmäßige Teilnahme ist verpflichtend. Unentschuldigtes Fehlen führt zum Ausschluß von der Veranstaltung.

Einführende Literatur:

Wolfgang Martens: Die Botschaft der Tugend. Die Aufklärung im Spiegel der deutschen Moralischen Wochenschriften. Stuttgart 1971. – Gabriele Ball: Moralische Küsse. Gottsched als Zeitschriftenherausgeber und literarischer Vermittler. Göttingen 2000 (Das achtzehnte Jahrhundert Supplementa, Bd. 7). – Holger Böning, Michael Nagel, Johannes Weber (Hg.): Welteroberung durch ein neues Publikum. Die deutsche Presse und der Weg zur Aufklärung. Hamburg und Altona als Beispiel. Bremen 2002. – Gunhild Berg: Erzählte Menschenkenntnis. Moralische Erzählungen und Verhaltensschriften der deutschsprachigen Spätaufklärung. Tübingen 2006 (Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung, Bd. 30).

Studiengänge und Module

Master

2. Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Lit.)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar Lit. 1: Neuere deutsche Literatur vom Humanismus bis einschließlich Naturalismus (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Lit. 1: Neuere deutsche Literatur (Vertiefungsmöglichkeit Poetologie) (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Lit. 2: Neuere deutsche Literatur (Vertiefungsmöglichkeit Kulturgeschichte) (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar Lit.: Neuere deutsche Literatur mit Vertiefungsmöglichkeit in Poetologie oder Kulturgeschichte (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Literaturwissenschaft: Humanismus bis Gegenwart/Poetologie/Literaturtheorie/Editionsphilologie (9 LP)
B 2: Vertiefungsmodul: Hauptseminar Neuere deutsche Literaturwissenschaft: Humanismus bis Gegenwart: 9 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)

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