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Hauptseminar
Oberseminar
Prof. Dr. Ekkehard Felder

Varietätenvielfalt im Deutschen

Di, 14:15 - 15:45
Kstr. 2 SR 004
Beginn: 18.10.2016

Gegenstand

Der germanistische Sprachwissenschaftler Hermann Paul behauptet in seinem berühmten Werk ›Prinzipien der Sprachgeschichte‹, „innerhalb einer Volksgemeinschaft [werden] so viele Dialekte geredet als redende Individuen vorhanden sind“ (Paul 1880/6. Aufl., 1960: 38). Übertragen bedeutet dies, es gebe so viele deutsche Sprachen wie Einwohner in den deutschsprachigen Ländern. Das ist sicherlich eine zugespitzte Sichtweise. Und wie lässt sich diese Behauptung in umgekehrter Weise betrachten? Es kann wohl niemand behaupten, dass das Deutsche eine einheitliche Sprache ist, die von allen Menschen verschiedener sozialer Milieus oder regionaler Herkunft in gleicher Weise gebraucht wird. Damit ist die grundsätzliche Frage des Seminars schon skizziert: Wie einheitlich ist das Deutsche in der Kommunikationspraxis der Menschen, und wie lassen sich die vielfältigen Gebrauchsformen innerhalb des Deutschen plausibel darstellen? Vor diesem Hintergrund untersuchen wir das Problem der Varietätenbestimmung innerhalb der Variationslinguistik. In dem Seminar beschäftigen wir uns sowohl mit varietätenlinguistischer Modellbildung als auch mit konkreten Sprachgebrauchsformen.

Organisationsform

Hochschuldidaktische Gestaltung einer Seminarsitzung mit Hilfe des Seminarleiters (gegebenenfalls in Arbeitsgruppen) mit dem Ziel, ausgewählte Wissensgebiete auf der Grundlage eines selbst erstellten Arbeitspapiers anschaulich vorzustellen und mittels Transferaufgaben bzw. -fragestellungen zu vertiefen, um eine Plenumsdiskussion zu initiieren.

Literatur:

Felder, Ekkehard (2016): Einführung in die Varietätenlinguistik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft (Germanistik kompakt) [zur Anschaffung empfohlen]
Schmidt, Jürgen/Herrgen, Joachim (2011): Regionalsprachen. Berlin: Schmidt Verlag (Grundlagen der Germanistik Bd. 49)
Barbour, Stephen/Stevenson, Patrick (1998): Variation im Deutschen. Soziolinguistische Perspektiven. Berlin/New York (de Gruyter Studienbuch).
Löffler, Heinrich (5. Aufl., 2016): Germanistische Soziolinguistik. Berlin: Erich Schmidt Verlag (= Grundlagen der Germanistik 28).
Niebaum, Hermann / Macha, Jürgen (3. Aufl., 2014): Einführung in die Dialektologie des Deutschen. Tübingen: Niemeyer (=Germanistische Arbeitshefte 37).
Roelcke, Thorsten (3. Aufl., 2010): Fachsprachen. Berlin: Erich Schmidt Verlag (= Grundlagen der Germanistik 37).
Steger, Hugo (1988): Erscheinungsformen der deutschen Sprache. ‚Alltagssprache’ – ‚Fachsprache’ – ‚Standardsprache’ – ‚Dialekt’ und andere Gliederungstermini. In: Deutsche Sprache, 16. Jahrgang 1988. Zeitschrift für Theorie, Praxis, Dokumentation. Berlin: Schmidt, S. 289–319.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 3.1, BA B 3.2, BA B 3.3 Hauptseminar Linguistik: 9 LP

Master

1. Linguistik (Ling.)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar Ling. 1: Lexikon – Grammatik – Weltkonstitution (diachron und synchron) (10 LP)
MA Grundlagenmodul – Oberseminar Ling. 2: Bedeutung – Begriff – Konzept (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Ling. 1: Wissensformate, Wissenstransfer, Wissenskommunikation (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Ling. 2: Textstrukturen und Textkulturen (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar Ling.: Lexikon – Grammatik – Weltkonstitution (diachron und synchron) (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Germanistische Sprachwissenschaft: 9 LP

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