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Hauptseminar
Oberseminar
Prof. Dr. Ekkehard Felder

Diskursanalyse im Heidelberger Korpus

Do, 14:15 - 15:45
Kstr. 2 SR 004
Beginn: 27.10.2016

Gegenstand

Einen Großteil unseres Wissens nehmen wir in Diskurszusammenhängen wahr. Unser Wissen über die Welt ist also in Diskurse eingebunden. In diesen wird Wissen durch sprachliche Mittel konstituiert, um Faktizität herzustellen (Form-Funktions-Korrelationen). Zu diskutieren ist, ob die beiden Termini ›Daten‹ und ›Fakten‹ als die beiden zentralen Komponenten des Wissensbegriffs) voneinander abzugrenzen sind – und zwar in Form von (Vor)Gegebenem (Daten) und Gemachtem (Fakten). Damit wird zugleich deutlich, dass Wissen aus intersubjektiv unstrittig Gegebenem besteht sowie aus Gedeutetem. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Hauptseminar mit Verfahren der linguistischen Diskursanalyse und betrachtet vor allem lexikalische und grammatische Aspekte der Textanalyse unter der Blickwinkel, mit welchen sprachlichen Mitteln die Gültigkeit von Aussagen in Texten objektiviert werden (z.B. in Textkorpora des Heidelberger Korpus (HeideKo), siehe dazu die Erläuterungen auf meiner Homepage).
Studierenden, die noch auf der Suche nach einem Thema für ihre Qualifikationsschrift sind, kann das Hauptseminar Anregungen geben. Korpuslinguistische Methoden können dabei un-ter Anleitung verwendet werden, dies muss aber nicht zwingend der Fall sein. Insbesondere Studierende anderer Philologien könnten an einem Sprachvergleich Interesse haben. Die korpuslinguistischen Kompetenzen werden einführend im Rahmen des Hauptseminars vermittelt.
Darüber hinaus bietet Dr. Jörn Stegmeier begleitend die Übung „Korpusnutzung in der Diskursanalyse: Dokumentation und Evaluation“ in Form eines Kompaktseminars an, in dem die TeilnehmerInnen Gelegenheit haben, sich intensiver mit verschiedenen korpuslinguistischen Werkzeugen auseinanderzusetzen.

Organisationsform

Hochschuldidaktische Gestaltung einer Seminarsitzung mit Hilfe des Seminarleiters (gegebenenfalls in Arbeitsgruppen) mit dem Ziel, ausgewählte Wissensgebiete auf der Grundlage eines selbst erstellten Arbeitspapiers anschaulich vorzustellen und mittels Transferaufgaben bzw. -fragestellungen zu vertiefen, um eine Plenumsdiskussion zu initiieren.

Literatur:

Spitzmüller, Jürgen /Warnke, Ingo (2011): Einführung in die Diskurslinguistik. Berlin.
Hausendorf, Heiko / Kesselheim, Wolfgang (2008): Textlinguistik fürs Examen. Göttingen.
Felder, Ekkehard (2013): Faktizitätsherstellung mittels handlungsleitender Konzepte und agonaler Zentren. Der diskursive Wettkampf um Geltungsansprüche. In: Felder, Ekkehard (Hg.): Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen. Berlin / Boston: de Gruyter, S. 13 – 28 (Sprache und Wissen Bd. 13)
Felder, Ekkehard (2015): Lexik und Grammatik der Agonalität in der linguistischen Diskursanalyse. In: Kämper, Heidrun / Warnke, Ingo (Hgg.): Diskurs - interdisziplinär. Zugänge, Gegenstände, Perspektiven. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 87-121 (Diskursmuster – Discourse Patterns, Bd. 6).

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 3.1, BA B 3.2, BA B 3.3 Hauptseminar Linguistik: 9 LP

Master

1. Linguistik (Ling.)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar Ling. 1: Lexikon – Grammatik – Weltkonstitution (diachron und synchron) (10 LP)
MA Grundlagenmodul – Oberseminar Ling. 2: Bedeutung – Begriff – Konzept (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Ling. 1: Wissensformate, Wissenstransfer, Wissenskommunikation (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Ling. 2: Textstrukturen und Textkulturen (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar Ling.: Lexikon – Grammatik – Weltkonstitution (diachron und synchron) (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Germanistische Sprachwissenschaft: 9 LP

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