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Sprachwissenschaftliches Proseminar
Übung
Prof. Dr. Ekkehard Felder

Standard und Substandard in der Sprache

Mi, 11:15 - 12:45
Kstr. 2 SR 004
Beginn: 19.10.2016

Gegenstand

In Abgrenzung zum Terminus ›Standardvarietät‹ bezeichnet die Sprachwissenschaft die Vielzahl der nicht standardnahen Sprachgebrauchsformen bzw. Ausprägungen als Substandardvarietäten. Diese als nicht standardkonform wahrgenommenen Varietäten sind herkömmlich durch den sozialen (z. B. das Alter der Sprecher) oder arealen (z. B. die Herkunft der Sprecher) Bestimmungsfaktor markiert. Das Präfix ›Sub-‹ in dem Fachterminus ›Substandardvarietäten‹ ist rein deskriptiv und in keiner Weise abwertend gemeint. Aus linguistischer Sicht erfahren alle Varietäten die gleiche Wertschätzung und fordern Sprachwissenschaftler heraus, sie für sich genommen und in Relation zu anderen Varietäten zu charakterisieren. Vor diesem Hintergrund gewinnen Normfragen besondere Bedeutung, weil ihre Funktion in der Regulierung von Kommunikationssituationen besteht.
In dem Seminar wird unter Berücksichtigung von Varietäten die Normproblematik aus dem Blickwinkel der verbindlichen Geltung erörtert und der Übergang zwischen (aufkommenden) Regularitäten, (konventionalisierten) Regeln und (kodifizierten) Normen behandelt. Die deutsche Sprache ist kein homogenes Gebilde, sondern wir haben es mit „Sprachen in der Sprache“ (Varietäten) zu tun – also mit der systematisch geordneten Heterogenität einer natürlichen Sprache. Deshalb beschäftigen wir uns mit dem Problem der Varietätenbestimmung innerhalb der Variationslinguistik unter Normgesichtspunkten.

Organisationsform

Hochschuldidaktische Gestaltung einer Seminarsitzung mit Hilfe des Seminarleiters (gegebenenfalls in Arbeitsgruppen) mit dem Ziel, ausgewählte Wissensgebiete auf der Grundlage eines selbst erstellten Arbeitspapiers anschaulich vorzustellen und mittels Transferaufgaben bzw. -fragestellungen zu vertiefen, um eine Plenumsdiskussion zu initiieren.

Literatur:

Felder, Ekkehard (2016): Einführung in die Varietätenlinguistik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft (Germanistik kompakt) [zur Anschaffung empfoheln]
Gloy, Klaus (1998): Sprachnormierung und Sprachkritik in ihrer gesellschaftlichen Verflechtung. In: Besch, Werner / Betten, Anne / Reichmann, Oskar /Sonderegger, Stefan (Hg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihre Erforschung. 2. Auflage. Berlin/New York, S. 396-406 (HSK 2.1)
Mattheier, Klaus J. (1997): Über Destandardisierung, Umstandardisierung und Standardisierung in modernen europäischen Standardsprachen. In: Mattheier, Klaus J./Radtke, Edgar (Hg.): Standardisierung und Destandardisierung europäischer Nationalsprachen. Frankfurt/Main, S. 1–9 (VarioLingua Bd. 1).

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.2 Proseminar Linguistik: Mittel der Kommunikation/Sprachgeschichte (6 LP)
BA B 2.2 Übung (Lektürekurs): 3 LP
BA B 2.3 Proseminar Linguistik: Mittel der Kommunikation/Sprachgesch. (6 LP)
BA B 2.4 Vorlesung NDL/Linguistik/Mediävistik (2 LP)

Master

1. Linguistik (Ling.)

MA Grundlagenmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Sprache und Erkennen (6 LP)
MA Vertiefungsmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Wissen und Text (6 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Proseminar: Hausarbeit oder mündliche ZP

Lehramt (neu)

A 3/a: Vertiefungsmodul: Proseminar Germanistische Sprachwissenschaft: Mittel der Kommunikation/Sprachgeschichte (6 LP)
C 1/a: Ergänzungsmodul: Lektürekurs Sprachwissenschaft: 3 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF / BF + K/M)

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