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Hauptseminar
Oberseminar
Prof. Dr. Barbara Beßlich

Arthur Schnitzler

Do, 16:15 - 18:30
PB SR 038
Beginn: 18.10.2018

Gegenstand

Das Seminar möchte Arthur Schnitzler (1862–1931) als repräsentativen Autor der Wiener Moderne perspektivieren. Nach einem Blick auf die Biographie und die Bedeutung des Arzt-Berufs für Schnitzlers psychologischen Zugriff auf seine Stoffe werden wir uns zuerst den Dramen zuwenden und hier insbesondere \"Liebelei\" (1895) und den \"Reigen\" (1900) analysieren. Dabei gilt es sowohl Gattungstraditionen (Bürgerliches Trauerspiel) als auch sozialhistorische Kontexte der Aufführung (Reigen-Prozess) zu berücksichtigen.
Schnitzlers narratives Œuvre soll im Umfeld der programmatischen Schriften von Hermann Bahr (\"Die neue Psychologie\" [1890]) erschlossen werden: Wir werden chronologisch geordnet mit den frühen (Brief)-Erzählungen (\"Der Sohn\" [1892], \"Die kleine Komödie\" [1895]) beginnen, den Weg zur Inneren Monolog-Novelle \"Lieutenant Gustl\" (1900) an \"Frau Bertha Garlan\" (1900/1901) nachzeichnen und Schnitzlers Experimente mit dem unzuverlässigen Erzählen (\"Andreas Thameyers letzter Brief\" [1902]) analysieren. Abschließend sollen die späten Erzählungen Schnitzlers (\"Fräulein Else\" [1924], \"Therese\" [1928]) auf ihren epochalen Status hin untersucht und gefragt werden, wie die Jung-Wiener schreiben, wenn sie älter werden und die Wiener Moderne längst historisch geworden ist. Inwiefern die Auseinandersetzung mit der Kino-Ästhetik der 1920er Jahre Schnitzlers eigene späte literarische Produktion geprägt hat, soll ebenfalls erörtert werden.

Die Lektüre von Hermann Bahrs Schrift \"Die neue Psychologie\" (in: Das Junge Wien. Österreichische Literatur- und Kunstkritik 1887–1902. Ausgewählt, eingeleitet und hg. von Gotthart Wunberg. Tübingen 1976, Bd. 1: 1887–1896, S. 92–101) wird zu Beginn des Semesters vorausgesetzt in der ersten Seminarsitzung diskutiert.

Organisationsform

Arbeitsgruppen, Referate, Gespräche im Plenum.

Einführende Literatur:

Michael Scheffel: Arthur Schnitzler. Erzählungen und Romane. Berlin 2015. Schnitzler-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Hg. von Christoph Jürgensen, Wolfgang Lukas und Michael Scheffel. Stuttgart, Weimar 2014. Arthur Schnitzler und der Film. Hg. von Achim Aurnhammer, Barbara Beßlich und Rudolf Denk. Würzburg 2010. Konstanze Fliedl: Arthur Schnitzler. Stuttgart 2005.


Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 3.1 Hauptseminar NDL: Literaturgeschichte (9 LP)
BA B 3.2 Hauptseminar NDL: Literaturgeschichte/Literaturtheorie/Editionswissenschaft/Literaturkritik (9 LP)
BA B 3.3 Hauptseminar NDL: Literaturgeschichte/Poetologie/Literaturtheorie/Editionswissenschaft (9 LP)

Master

2. Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Lit.)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar Lit. 2: Neuere deutsche Literatur nach dem Naturalismus (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Lit. 1: Neuere deutsche Literatur (Vertiefungsmöglichkeit Poetologie) (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Lit. 2: Neuere deutsche Literatur (Vertiefungsmöglichkeit Kulturgeschichte) (10 LP)
MA Kompaktmodul – Vorlesung Lit.: Literaturgeschichte (vom Humanismus bis zur Gegenwart) (4 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar Lit.: Neuere deutsche Literatur mit Vertiefungsmöglichkeit in Poetologie oder Kulturgeschichte (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Literaturwissenschaft: Humanismus bis Gegenwart/Poetologie/Literaturtheorie/Editionsphilologie (9 LP)
B 2: Vertiefungsmodul: Hauptseminar Neuere deutsche Literaturwissenschaft: Humanismus bis Gegenwart: 9 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)

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