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Hauptseminar
Oberseminar
PD Dr. Thordis Hennings

Das Bild des Artushofs in ausgewählten mittelhochdeutschen Texten

Di, 14:15 - 15:45
PB SR 122
Beginn: 16.10.2018

Gegenstand

Um 1160 hat Chrétien de Troyes (1135–1188) in seinem „Erec et Enide“ zum ersten Mal in der Geschichte der mittelalterlichen Literatur den sagenhaften König Artus und seine Ritter der Tafelrunde zum zentralen Motiv ausgestaltet – die Geburtsstunde des Artusromans. Stoff- und motivgeschichtlich konnte Chrétien auf bereits vorhandenes Material zurückgreifen, vor allem auf die lateinische Historia Regum Britanniae (‚Geschichte der Könige Britanniens’) von Geoffrey of Monmouth (1136) und deren anglonormannische (altfranzösische) Bearbeitung, den Roman de Brut von Wace (1155). Mit dem „Erec“ Hartmanns von Aue hält der Artusroman Einzug in die mittelhochdeutsche Literatur. Im „klassischen“ Artusroman hat der Artushof zum einen eine wichtige strukturelle Bedeutung: er ist Ausgangs- und Endpunkt der Handlung. Durch die Zwischeneinkehr am Artushof wird der sog. zweite Kursus in zwei Aventiure-Sequenzen untergliedert. Zum anderen ist der Artushof in der Regel eine ideale, normsetzende Instanz, ein Gradmesser für die ritterliche Ehre des jeweiligen Helden. Bereits in den frühen mittelhochdeutschen Artusromanen wird allerdings die Idealität des Königs Artus und seiner Hofgesellschaft mitunter in Frage gestellt. In dem Kurs soll das Bild des Artushofs in den beiden „klassischen“ Artusromanen Hartmanns von Aue („Erec“ und „Iwein“) und im „Parzival“ Wolframs von Eschenbach, einer Mischung von Artus- und Gralroman, eingehend analysiert werden. Zudem werden die stoffgeschichtlichen Grundlagen über König Artus, seinen Rittern und dem zentralen Motiv der Tafelrunden erarbeitet.

Organisationsform

Die TeilnehmerInnen sollten zu jeder Sitzung eine Übersetzung ausgewählter Textpartien vorbereiten und zudem ein kurzes mündliches Referat zu einem bestimmten Thema halten. Die Referatsthemen werden in der ersten Sitzung vergeben.

Textgrundlage und einführende Literatur:

Primärtexte (alternativ):
- Erec, herausgegeben von Albert Leitzmann (= Altdeutsche
Textbibliothek 39), 7. Auflage besorgt von Kurt Gärtner, Tübingen 2006
- Erec. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, herausgegeben von Volker
Mertens (= RUB 18530), Stuttgart 2008.
- Hartmann von Aue: ›Gregorius‹, ›Der arme Heinrich‹, ›Iwein‹.
herausgegeben und übersetzt von Volker Mertens, Frankfurt a. M.
2008 (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch. 29).
- Wolfram von Eschenbach, Parzival (2 Bde.). Mittelhochdeutscher Text
nach der 6. Ausgabe von K. Lachmann. Übersetzung und Nachwort
von W. Spiewok. Stuttgart 1986/2011 (RUB).
- Wolfram von Eschenbach, Parzival. Mittelhochdeutscher Text nach
der 6. Ausgabe von K. Lachmann. Übersetzung von P. Knecht.
Einführung zum Text von B. Schirok. Berlin/New York 2. Aufl. 2003 (de
Gruyter).
- Wolfram von Eschenbach, Parzival. Studienausgabe.
Mittelhochdeutscher Text nach der 6. Ausgabe von K. Lachmann.
Einführung zum Text von B. Schirok. Berlin/New York 1999 (de
Gruyter).
- Wolfram von Eschenbach, Parzival (2 Bde.) nach der 6. Ausgabe von
K. Lachmann, revidiert und kommentiert von E. Nellmann,
Übersetzung von D. Kühn. Frankfurt a.M. 3. Aufl. 2006 (Deutscher
Klassiker Verlag).

Sekundärliteratur:
- König Artus und seine Tafelrunde. Europäische Dichtung des
Mittelalters. Stuttgart1980 (RUB 9945).

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 3.1 Hauptseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (9 LP)
BA B 3.2, BA B 3.3 Hauptseminar Mediävistik: mittelalterl. Literatur (9 LP)

Master

3. Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (MA/FNZ)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar MA/FNZ 1: Mittelalter (10 LP)
MA Vertiefungsmodul Mittelalter – Oberseminar: Mittelalter (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar MA/FNZ: Literatur des Mittelalters oder der Frühen Neuzeit (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Mediävistik: 9 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)

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