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Übung
ÜK: Lektürekurs
Philip Reich

Ritterschaft in der deutschen Literatur des Mittelalters – Positionen und Probleme

Do, 9:15 - 10:45
Kstr. 2 SR 004
Beginn: 18.04.2019

Gegenstand

Mit dem Begriff des Ritters verbindet sich bis in die Neuzeit hinein ein ganzes Bündel an Vorstellungen und Phantasien von einem edlen Streiter für Recht und Gerechtigkeit. In den meisten kanonischen Werken der mittelhochdeutschen Literatur wird Ritterschaft zum Thema. Teils erscheint der Ritter hier als strahlender Held, der sein Können in âventiuren zeigen muss, teils wird er nur auf seinen Körper reduziert und höfische Ideale bloßgestellt. Meist aber bewegen sich die Darstellungen zwischen Statusaffirmation und Statusgefährdung und tragen so zu einer feudalaristokratischen Wertediskussion bei.
Im Lektürekurs versuchen wir das Ritterbild und die Ritteridee des Mittelalters zu verstehen. Dafür beschäftigen wir uns intensiv mit einzelnen kanonischen Werken der mittelhochdeutschen Literatur, ergänzen diese aber auch mit Perspektiven aus kleinepischen Texten, welche das Ritterschaftskonzept dezidiert problematisieren.

Im Zentrum steht dabei eine eingehende Lektüre des ‚Klassikers‘ höfischer Ritterliteratur, des ‚Iwein‘ Hartmanns von Aue. Die Lektüre wird flankiert durch einen kursorischen Blick in andere Texte, die Positionen zur höfischen Ritterschaftsidee vermitteln.

Im zweiten Teil des Kurses wollen wir dann Texte untersuchen, in denen Eigenschaften des Rittertums implizit oder explizit problematisiert werden. Dafür beschäftigen wir uns mit den beiden kürzeren Verserzählungen ‚Mauricius von Craûn‘ und ‚Meier Helmbrecht‘, sowie kleinepischen Texten (z. B. ‚Der zurückgegebene Minnelohn‘ oder ‚Das Nonnenturnier‘).

Dabei wird sich ein Spektrum zeigen, das vom strahlenden Helden über den Raubritter bis zum vereinzelten Geschlechtsteil reicht.

Organisationsform

Gemeinsame Lektüre am Originaltext; Diskussion

Voraussetzungen für den Scheinerwerb: aktive Teilnahme (Textexperten/Textexpertinnen, Kurzreferate über Texte außerhalb des Textcorpus), Prüfungsgespräch


Textgrundlage und einführende Literatur:

Folgende Ausgabe ist zur Anschaffung empfohlen:
Hartmann von Aue: Iwein (mit Gregorius und Armer Heinrich). Hrsg. von Volker Mertens. Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag 2008 (= Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch 29).

Eine Lektüre/Wiederholung des ‚Iwein‘ bis zur ersten Sitzung ist sinnvoll, um eine gemeinsame Basis zu schaffen.

Weitere Literatur wird zu Kursbeginn mitgeteilt.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.2 Übung (Lektürekurs): 3 LP
BA B 2.4 Lektürekurs NDL/Linguistik/Mediävistik (3 LP)
BA ÜK B Lektürekurs: je nach Arbeitsaufwand 1-3 LP

Lehramt (neu)

A 3/b: Lektürekurs: Ältere deutsche Philologie: 3 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)
C 1/c: Ergänzungsmodul: Lektürekurs Mediävistik: 3 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF / BF + K/M)

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