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Hauptseminar
Oberseminar
Prof. Dr. Barbara Beßlich

Ränder der Wiener Moderne

Di, 11:15 - 12:45
Kstr. 2 SR 004
Beginn: 16.04.2019

Gegenstand

Die Literatur des „Jungen Wien“ in den 1890er Jahren gilt als zentrale ästhetische Baustelle der klassischen Moderne und Schriftsteller wie Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal als ihre Hauptautoren um die Jahrhundertwende. Das Hauptseminar perspektiviert nun die „Ränder der Wiener Moderne“ und möchte dabei sowohl Randgestalten und „poetae minores“ der Wiener Moderne (etwa Peter Altenberg, Leopold von Andrian, Raoul Auernheimer, Felix Dörmann, Felix Salten, Richard Schaukal, Paul Wertheimer) in den Blick nehmen als auch die zeitlichen Ränder der Wiener Moderne genauer betrachten und hier insbesondere analysieren, wie die Autoren der Wiener Moderne im frühen 20. Jahrhundert schreiben, nachdem ihnen von den nachfolgenden literarischen Strömungen (Expressionismus, Neue Sachlichkeit) die Modernität abgesprochen wurde. Wir werden uns also auch mit Spätwerken der älter gewordenen Jung Wiener in den 1910er und 1920er Jahren auseinandersetzen. Dass dieses Spätwerk eine eminent politische Dimension hat, werden wir genauer untersuchen, wenn wir die Reaktion der österreichischen Autoren auf zentrale politische Zäsuren 1918, 1933/34 und 1938 thematisieren.
Darüber hinaus soll auch analysiert werden, wie bestimmte Schreibverfahren (etwas das unzuverlässige Erzählen bei Arthur Schnitzler) von nachfolgenden jüngeren Autoren (wie Leo Perutz) aufgegriffen und transformiert werden. Auch kulturgeographisch lassen sich die „Ränder der Wiener Moderne“ begreifen und wir können danach fragen, in welchem kakanischen Wechselverhältnis die Prager und Budapester Moderne zum Jungen Wien stehen. Und dass sich mit dem S. Fischer Verlag als Hausverlag der Jungwiener auch Bezüge nach Berlin ergeben, kann ebenfalls betrachtet werden.

Organisationsform

Arbeitsgruppen, Referate, Gespräche im Plenum.

Einführende Literatur:

Norbert Christian Wolf: Revolution in Wien. Die literarische Intelligenz im politischen Umbruch 1918/19. Wien, Köln, Weimar 2018.
Kurt Ifkovits (Hg.): Die Wiener Wochenschrift „Die Zeit“ (1894-1904) und die zentraleuropäische Moderne. Prag 2014. Primus-Heinz Kucher (Hg.): „baustelle kultur“. Diskurslagen in der österreichischen Literatur 1918–1933/38. Bielefeld 2011. Peter Sprengel, Gregor Streim: Berliner und Wiener Moderne. Vermittlungen und Abgrenzungen in Literatur, Theater, Publizistik. Wien, Köln, Weimar 1998.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 3.1 Hauptseminar NDL: Literaturgeschichte (9 LP)
BA B 3.2 Hauptseminar NDL: Literaturgeschichte/Literaturtheorie/Editionswissenschaft/Literaturkritik (9 LP)
BA B 3.3 Hauptseminar NDL: Literaturgeschichte/Poetologie/Literaturtheorie/Editionswissenschaft (9 LP)

Master

2. Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Lit.)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar Lit. 2: Neuere deutsche Literatur nach dem Naturalismus (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Lit. 1: Neuere deutsche Literatur (Vertiefungsmöglichkeit Poetologie) (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Lit. 2: Neuere deutsche Literatur (Vertiefungsmöglichkeit Kulturgeschichte) (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar Lit.: Neuere deutsche Literatur mit Vertiefungsmöglichkeit in Poetologie oder Kulturgeschichte (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Literaturwissenschaft: Humanismus bis Gegenwart/Poetologie/Literaturtheorie/Editionsphilologie (9 LP)
B 2: Vertiefungsmodul: Hauptseminar Neuere deutsche Literaturwissenschaft: Humanismus bis Gegenwart: 9 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)

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