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Literaturwissenschaftliches Proseminar
Isabella Managò

Liebestrank und Teufelspakt. Magie in der Literatur des Mittelalters

Mi, 14:15 - 15:45
Kstr. 2 SR 004

Gegenstand

„an ir lac hôher witze maht
von der nigromacnîe,
mit starker zouberîe
geschuof si grôz unbilde.“
(Konrad von Würzburg, Trojanerkrieg, V. 7442-7445)

Die Rede ist hier von der bekanntesten Zauberin der Literaturgeschichte: Medea. Bei Konrad von Würzburg wird sie sowohl als vollendete höfische Dame beschrieben, als „keiserliche fruht, mit êren und mit reiner zuht“ (V.7421 f.), als auch als eine der schwarzen Bücher kundige Zauberin, die ihren Geliebten zunächst mit Hilfe von Zauberei gewinnt und schließlich mit ebenjener umbringt.
Ambivalenzen wie diese sollen Thema des Proseminars sein, das sich dem Themenkomplex ›Magie‹ vom frühen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit widmen wird.
Vornehmlich wollen wir uns einen Überblick über literarische Texte des Mittelalters verschaffen, die Magie in ganz unterschiedlicher Art und Weise verhandeln, indem wir Texte von den althochdeutschen Merseburger Zaubersprüche aus dem 9. Jahrhundert bis hin zum Faustbuch von 1587 lesen werden. Der Schwerpunkt allerdings wird auf Ausschnitten aus hochmittelalterlichen höfischen Romanen liegen. Besonders wird uns beschäftigen, welche Formen von Magie beschrieben werden, in welchem Verhältnis Magie und Aberglauben stehen und ob, und wenn ja, wie Übernatürliches problematisiert wird.
Obwohl wir uns hauptsächlich auf literarische Texte konzentrieren werden, wollen wir die den Diskurs prägenden theologischen und philosophischen Kontexte nicht außer Acht lassen und werden u.a. herausarbeiten, wie sich Vorstellungen und Konzepte magischen Wissens verändern und welche Konstanten sich bei der Auseinandersetzung mit Magie erkennen lassen. Eine der Hauptfragen, die uns dabei beschäftigen wird, ist, wie sich der Umgang der christlichen Religion mit Magie gestaltet, wenn beispielsweise einerseits Heilungen durch Zauber und Dämonenaustreibungen beschrieben werden und andererseits ‚heidnische‘ Religionen als dämonisch abgetan und bekämpft werden.

Organisationsform

Studienleistungen sind, wie für Proseminare üblich, die regelmäßige und vorbereitete Teilnahme an den Seminarsitzungen sowie aktive Mitarbeit und die Mitgestaltung einer Sitzung in einer Expert*innengruppe.
Die Prüfungsleistung umfasst die schriftliche Ausarbeitung eines selbst gewählten und mit der Dozentin abgesprochenen Themas in Form einer wissenschaftlichen Hausarbeit.

Einführende Literatur:

Helmut Birkhan: Magie im Mittelalter, München 2010.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.1/a Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)
BA B 2.2 Proseminar Mediävistik: zweite ältere Sprachstufe/klass. mhd. Literatur (6 LP)
BA B 2.3 Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Proseminar: Hausarbeit oder mündliche ZP

Lehramt (neu)

A 2: Basismodul Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)
A 3/b: Vertiefungsmodul: Proseminar Ältere deutsche Philologie: zweite ältere Sprachstufe/klass. mhd. Literatur, komplementär zu A 2 (6 LP)

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