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Sprachwissenschaftliches Proseminar
Übung
ÜK: Lektürekurs
Dr. Tina Theobald

Historische Soziolinguistik

Mo, 11:15 - 12:45
PB SR 137
Beginn: 14.10.2019

Gegenstand

Sprache ist mit der menschlichen Lebenswelt aufs Engste verwoben, denn ihre wohl wichtigste Funktion ist es, die Welt kognitiv mittels Symbolen zu erfassen, abzubilden und auch neu zu konstituieren. Mittels Sprache verhandeln Menschen aber nicht allein ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit, ihr jeweiliges Wissen und Bewusstsein, sondern auch ihre soziale Stellung innerhalb einer Sprachgemeinschaft. Werden Sprecher aufgrund der Spezifik ihres Sprachgebrauchs sozialen Gruppen zugeordnet, indem bestimmte Wahrnehmungs- oder Behandlungsmuster, -stereotypen oder -klischees auf sie angewendet werden, so hat die Sprache eine entscheidende identitätsstiftende Funktion.
Mit dieser Frage nach der sozialen Differenzierung von Sprache einerseits und der sprachlichen Manifestation sozialer Strukturen anderseits beschäftigt sich das Seminar aus sprachhistorischer Perspektive. Die von Joshua A. Fishman 1972 formulierte zentrale Fragestellung der Soziolinguistik „Wer spricht was und wie mit wem in welcher Sprache und unter welchen sozialen Umständen mit welchen Absichten und Konsequenzen?“ wird folglich um die historischen Faktoren und Bedingungen von Sprachgebrauchspraxen, also um die Frage nach dem „Wann?“ und „Warum?“ ergänzt.

Organisationsform

Die Grundlagen der historischen Soziolinguistik und ihre zentralen Gegenstände werden in Projektgruppen und durch Vorträge erarbeitet und diskutiert.

Einführende Literatur:

Ammon, Ulrich/ Dittmar, Norbert/ Mattheier, Klaus J./ Trudgill, Peter (Hgg.) (2008): Soziolinguistik. Ein internationales Handbuch zur Wissenschaft von Sprache und Gesellschaft (HSK 3). 3 Tbde. Berlin/New York.

Dittmar, Norbert (1996): Soziolinguistik. Heidelberg.

Kniffka, Hannes (2012): Soziolinguistik und empirische Textanalyse. Berlin/Boston.

Löffler, Heinrich (2005): Germanistische Soziolinguistik. Berlin.

Schlieben-Lange, Brigitte (1991): Soziolinguistik. Eine Einführung. Stuttgart.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.2 Proseminar Linguistik: Mittel der Kommunikation/Sprachgeschichte (6 LP)
BA B 2.2 Übung (Lektürekurs): 3 LP
BA B 2.3 Proseminar Linguistik: Mittel der Kommunikation/Sprachgesch. (6 LP)
BA B 2.4 Lektürekurs NDL/Linguistik/Mediävistik (3 LP)
BA ÜK B Lektürekurs: je nach Arbeitsaufwand 1-3 LP

Master

1. Linguistik (Ling.)

MA Grundlagenmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Sprache und Erkennen (6 LP)
MA Vertiefungsmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Wissen und Text (6 LP)
MA Kompaktmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Sprache und Erkennen; wahlweise: Wissen und Text (6 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Proseminar: Hausarbeit oder mündliche ZP

Lehramt (neu)

A 3/a: Vertiefungsmodul: Proseminar Germanistische Sprachwissenschaft: Mittel der Kommunikation/Sprachgeschichte (6 LP)
A 3/a: Lektürekurs: Germanistische Sprachwissenschaft: 3 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)
C 1/a: Ergänzungsmodul: Lektürekurs Sprachwissenschaft: 3 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF / BF + K/M)

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