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Übung
ÜK: Lektürekurs
(auch EPG II)
Isabella Managò

Minnesang und Sangspruchdichtung: Lektüre aus den Heidelberger Liederhandschriften

Mi, 11:15 - 12:45
PB SR 133
Beginn: 16.10.2019

Gegenstand

»Saget mir ieman, waz ist minne?«, fragt Walther von der Vogelweide in einem seiner Texte, aber er ist nicht der einzige Sänger, den diese Frage umtreibt. Der Minnesang bietet uns eine Vielzahl an Antworten und offenbart mit jeweils »niuwem sanc« immer wieder neue Ansätze und Variationen. Anhand der Heidelberger Liederhandschrift cpg 350 werden wir uns aber auch der Sangspruchdichtung zuwenden, der im Gegensatz zum Minnesang häufig eine diskursivere und didaktischere Ausrichtung zugesprochen wird.
Da wir uns in der glücklichen Position befinden, in Heidelberg zu lernen und zu lehren, werden wir die Gelegenheit nutzen, ein bis zweimal die Handschriftensammlung der UB zu besuchen, um uns einen ganz unmittelbaren Eindruck von den dort aufbewahrten Handschriften zu verschaffen. Denn, wie der Titel bereits verrät, wollen uns in dieser Übung speziell derjenigen Lyrik widmen, die in den drei sog. Heidelberger Liederhandschriften überliefert ist, um die Texte auf Grundlage einer handschriftennahen Lektüre zu interpretieren.
Dazu werden wir selbstverständlich auch aktuelle Forschungsbeiträge konsultieren und uns Fragen stellen, wie: Wie kommt es von der Handschrift zur Edition? In welchem Kontext sind die Handschriften und auch die Editionen entstanden und welche Rolle spielt dies für unsere Rezeption der Lyrik heute? Welche Bedeutung muss dem Umstand beigemessen werden, dass es sich wohl in den meisten Fällen um Aufführungskunst handelte? In welchem Verhältnis stehen Bild und Text zueinander? Welche Rolle spielt die Materialität dessen, was wir lesen, für das Verständnis der Texte? (Hier gibt es u.a. spannende Forschung aus dem weiterbewilligten Heidelberger SFB 933).
Lektürewünsche oder Themenvorschläge der Teilnehmenden sind dabei jederzeit ausgesprochen willkommen und werden sehr gerne berücksichtigt.

Organisationsform

Die Sitzungen werden u.a. durch kurze Impulsreferate von den jeweiligen Textexpert*innen mitgestaltet.

Für den Leistungsnachweis wird am Ende des Semesters eine kurze mündliche Prüfung stattfinden (sollten aber aufgrund einer Prüfungsordnung o.ä. andere Prüfungsformen gewünscht sein, ist dies selbstverständlich möglich).

Literatur:

Textgrundlage: Des Minnesangs Frühling. Unter Benutzung der Ausgaben von Karl Lachmann und Moriz Haupt, Friedrich Vogt und Karl von Kraus, herausgegeben von Moser, Hugo / Tervooren, Helmut; 38., erneut rev. Aufl., Stuttgart 1988.

Weitere Texte werden auf Moodle angegeben oder eingescannt zur Verfügung gestellt.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.2 Übung (Lektürekurs): 3 LP
BA B 2.4 Lektürekurs NDL/Linguistik/Mediävistik (3 LP)
BA ÜK B Lektürekurs: je nach Arbeitsaufwand 1-3 LP

Master

3. Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (MA/FNZ)

MA Vertiefungsmodul Mittelalter – Proseminar/Übung 2: Handschriften- und Inkunabelkunde (6 LP)
MA Vertiefungsmodul Mittelalter – Proseminar/Übung/Forschungswerkstatt: Editionstechnik Mittelalter (6 LP)
MA Kompaktmodul – Proseminar/Forschungswerkstatt/Übung MA/FNZ: Sprachgeschichte / Handschriften- und Frühdruckkunde / Editionstechnik (6 LP)

Lehramt (neu)

A 3/b: Lektürekurs: Ältere deutsche Philologie: 3 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)
C 1/c: Ergänzungsmodul: Lektürekurs Mediävistik: 3 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF / BF + K/M)

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