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Übung
ÜK: Lektürekurs
(auch EPG II)
Isabella Managò

Troja - Erzählen vom Untergang

Di, 11:15 - 12:45
PB SR 133
Beginn: 21.04.2020

Gegenstand

„Erinnert euch an die zehnjährige Belagerung Trojas und denkt an die Heldentaten, welche eure Spielleute täglich besingen und schöpft darin neue Kraft und festigt euren Mut!“
(The Ecclesiastical History of Orderic Vitalis, ed. and translated by Marjorie Chibnall, Oxford 1969-78, Band IV, S.120)

Wie bei diesem Beispiel im Kontext der Kreuzzugspropaganda oder als Anspielung in der Liebeslyrik, als Ekphrasis im Artusroman oder in Form des Antikenromans – die Geschichte des Trojanischen Krieges gehört zu den beliebtesten Stoffen des höfischen Mittelalters. Nicht nur, weil sie als historisch verbürgtes Ereignis galt, sondern vor allem, weil man in ihr den Ursprung ritterlich-höfischer Kultur zu erkennen glaubte, die sich um Kampf und Minne zentriert.
So gelten die Helden des trojanischen Krieges wie Achill, Hektor, Paris oder Iason als Vorbilder für Tapferkeit und Geschicklichkeit im Kampf, an denen sich spätere Helden zu messen haben. Zugleich wird von einer Macht erzählt, die sie alle zu besiegen vermag: die Minne. Das Begehren der Helden nach wunderschönen Frauen wie Helena oder ihr Liebesbetrug an klugen Frauen wie Medea, führt schließlich zu ihrem Tod oder sogar zur Zerstörung des ganzen Reiches.
Die im Mittelalter am meisten rezipierte Version dieser Geschichte ist uns aus dem 13. Jahrhundert von Konrad von Würzburg überliefert. Diesem monumentalen Werk wollen wir uns in dem Lektürekurs widmen und dabei immer wieder auf die Frage zurückkommen, wie der endgültige Untergang von Stadt, Macht und Herrschaft von Anfang an in der Erzählung präsent gehalten wird. Dazu werden wir jede Woche Ausschnitte des Textes lesen und unsere Diskussion ab und zu auch mit Forschungsliteratur bereichern.

Organisationsform

Es werden keine Referate o.ä. vorzubereiten sein, aber nur wer regelmäßig die Texte liest und sich an der Diskussion beteiligt, wird zur Prüfung am Ende zugelassen, die in Form eines ca. zehnminütigen, mündlichen Gesprächs stattfinden wird (sollten aufgrund einer Prüfungsordnung o.ä. andere Prüfungsformen gewünscht sein, ist dies natürlich möglich).
Der Primärtext und auch Sekundärtexte werden auf Moodle zur Verfügung gestellt.

Einführende Literatur:

Müller, Jan-Dirk: Das höfische Troia des deutschen Mittelalters, in: Troia. Von Homer bis heute, hrsg. von Heinz Hoffmann, Tübingen 2004, S. 119-142.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.2 Übung (Lektürekurs): 3 LP
BA B 2.4 Lektürekurs NDL/Linguistik/Mediävistik (3 LP)
BA ÜK B Lektürekurs: je nach Arbeitsaufwand 1-3 LP

Lehramt (neu)

A 3/b: Lektürekurs: Ältere deutsche Philologie: 3 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)
C 1/c: Ergänzungsmodul: Lektürekurs Mediävistik: 3 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF / BF + K/M)

Master of Education

Übung Mediävistik: 2 LP

Master Literatur - Sprache - Wissen

Grundlagenmodul 2: Forschungswerkstatt / Übung / Proseminar Mediävistik (6 LP)
Vertiefungsmodul 3: Forschungswerkstatt / Übung / Proseminar Mediävistik (6 LP)

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