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Hauptseminar
Oberseminar
Prof. Dr. Ludger Lieb

Jahreszeiten in der deutschen Literatur des Mittelalters

Mi, 9:15 - 10:45
PB SR 122
Beginn: 14.04.2021

Gegenstand

Jahreszeiten spielen für die Kultur des Mittelalters eine herausragende Rolle, weil das Leben der Menschen in vielen Bereichen viel enger von den jahreszeitlichen Bedingungen geprägt war als heute. Daher finden sich auch in der Literatur des Mittelalters zahlreiche Erwähnungen jahreszeitlicher Aspekte, und vielfach sind auch die literaturbezogenen Praktiken (Singen, Theater, Brauchtum) eng mit den Jahreszeiten verbunden. Hinzu kommt die starke Wechselwirkung der jahreszeitlich geprägten kirchlichen Festtage (Jahreskreis) mit der volkssprachigen Literatur.
Das Seminar versucht möglichst umfassend die zahlreichen Texte des 12. bis 16. Jh. zu sichten und zu diskutieren, in denen Jahreszeiten eine Rolle spielen. Die Lyrik ist hier besonders dominant: Minnelieder mit Jahreszeitentopos bzw. Natureingang (Frühling, Mai, Sommer, Winter), Neidharts Sommer- und Winterlieder, die spätmittelalterlichen Herbstlieder, Advents- und Weihnachtslieder, Neujahrslieder usw. Aber auch in epischen Texte wie Legenden und Romanen sowie in den ersten deutschen \'Dramen\' (Jahreszeitenspiele, Fastnachtspiele, Oster- und Weihnachtsspiele usw.) finden sich vielfach jahreszeitliche Bezüge.

Organisationsform

Impulsreferate, Expertengruppen und Diskussionen

Einführende Literatur:

Adam, Wolfgang: Die „wandelunge“. Studien zum Jahreszeitentopos in der mittelhochdeutschen Literatur. Heidelberg 1979 (Beihefte zum Euphorion 15).

Greub, Thierry (Hg.): Das Bild der Jahreszeiten im Wandel der Kulturen und Zeiten. München u.a. 2013 (Morphomata 7).

Lieb, Ludger: Der Jahreszeitentopos im ‚frühen‘ deutschen Minnesang. Eine Studie zur Macht des Topos und zur Institutionalisierung der höfischen Literatur. In: Thomas Schirren und Gert Ueding (Hgg.), Topik und Rhetorik. Ein interdisziplinäres Symposium. Tübingen 2000 (Rhetorik-Forschungen 13), S. 121–142.

Lieb, Ludger: Die Eigenzeit der Minne. Zur Funktion des Jahreszeitentopos im Hohen Minnesang. In: Beate Kellner, Ludger Lieb und Peter Strohschneider (Hgg.), Literarische Kommunikation und soziale Interaktion. Studien zur Institutionalität mittelalterlicher Literatur. Frankfurt/M. u. a. 2001 (Mikrokosmos 64), S. 183–206.

Müller, Jan-Dirk: Jahreszeitenrhythmus als Kunstprinzip [zuerst 1995]. In: Ders., Minnesang und Literaturtheorie. Hg. von Ute von Bloh und Armin Schulz. Tübingen 2001, S. 129–150.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 3.1 Hauptseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (9 LP)
BA B 3.2, BA B 3.3 Hauptseminar Mediävistik: mittelalterl. Literatur (9 LP)

Master

3. Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (MA/FNZ)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar MA/FNZ 1: Mittelalter (10 LP)
MA Vertiefungsmodul Mittelalter – Oberseminar: Mittelalter (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar MA/FNZ: Literatur des Mittelalters oder der Frühen Neuzeit (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Mediävistik: 9 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)

Master of Education

Hauptseminar Mediävistik (Wahlpflichtmodul): 7 LP

Master Literatur - Sprache - Wissen

Grundlagenmodul 1: OS 1 Mediävistik (10 LP)
Vertiefungsmodul 1: OS 2 Mediävistik
Vertiefungsmodul 1: OS 2 Linguistik / Mediävistik / NDL
Vertiefungsmodul 2: OS 3 Mediävistik
Vertiefungsmodul 2: OS 3 Linguistik / Mediävistik / NDL
Vertiefungsmodul 3: OS 4 Mediävistik (10 LP)
Vertiefungsmodul 3: OS 4 Linguistik / Mediävistik / NDL

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