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Prof. Dr. Ekkehard Felder

Lexik und Grammatik der Agonalität

Do, 14.15 - 15.45
Kstr. 2 SR 004
Beginn: 19.04.2012

Gegenstand

Unter „Agonalität“ versteht man in der Linguistik unter Bezugnahme auf die Adaption durch Jean-François Lyotard das pragma-grammatische Phänomen, dass Sprecher die Gültigkeit ihrer Aussagen (gegenüber anderen Positionen) in Sprachhandlungen durchsetzen. Mit anderen Worten: Wettkämpfe um Geltungsansprüche von Aussagen und Wahrheiten werden in Diskursen ausgetragen. Diskurse bestehen aus Texten bzw. Gesprächen und bedienen sich der Sprache. Deshalb wird in diesem Seminar untersucht, welche sprachlichen Mittel dafür zur Verfügung stehen. Von daher wird zunächst die Lexik im Deutschen unter diesem Gesichtspunkt erarbeitet, um im Anschluss die grammatischen Mittel (Modus, Konnektoren usw.) zu analysieren. Ist der Blick für diese sprachlichen Mittel geschärft, so können mit Hilfe korpuslinguistischer Verfahren spezifische Suchmodi zur Analyse von Diskursen und sog. agonaler Zentren herangezogen werden. Unter agonalen Zentren verstehe ich einen sich in Sprachspielen manifestierenden Wettkampf um strittige Akzeptanz von Ereignisdeutungen, Handlungsoptionen, Geltungsansprüchen, Orientierungswissen und Werten in Gesellschaften.

Organisationsform

Hochschuldidaktische Gestaltung einer Seminarsitzung mit Hilfe des Seminarleiters (gegebenenfalls in Arbeitsgruppen) mit dem Ziel, ausgewählte Wissensgebiete auf der Grundlage eines selbst erstellten Arbeitspapiers anschaulich vorzustellen und mittels Transferaufgaben bzw. -fragestellungen zu vertiefen, um eine Plenumsdiskussion zu initiieren.

Literatur:

Assmann, Jan (1992): Das kulturelle Gedächtnis. München.
Felder, Ekkehard (2012): Pragma-semiotische Textarbeit und der hermeneutische Nutzen von Korpusanalysen für die linguistische Mediendiskursanalyse. In: Felder, Ekkehard / Müller, Marcus / Vogel, Friedemann (Hg.): Korpuspragmatik. Thematische Korpora als Basis diskurslinguistischer Analysen. Berlin/ New York: de Gruyter, S. 115-174 (Linguistik – Impulse und Tendenzen 44).
Lyotard, Jean-François (1987): Der Widerstreit. München: Fink.
Warnke, Ingo (2009): Die sprachliche Konstituierung von geteiltem Wissen in Diskursen. In: Felder, Ekkehard/Müller, Marcus (Hg.): Wissen durch Sprache. Themen, Methoden und Theorie des Forschungsbereichs ‚sprachliche Wissenskonstitution’. Berlin/New York: de Gruyter, S. 113–140 (Sprache und Wissen 3).

Studiengänge und Module

Master

1. Linguistik (Ling.)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar Ling. 1: Lexikon – Grammatik – Weltkonstitution (diachron und synchron) (10 LP)
MA Grundlagenmodul – Oberseminar Ling. 2: Bedeutung – Begriff – Konzept (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Ling. 1: Wissensformate, Wissenstransfer, Wissenskommunikation (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Ling. 2: Textstrukturen und Textkulturen (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar Ling.: Lexikon – Grammatik – Weltkonstitution (diachron und synchron) (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Germanistische Sprachwissenschaft: 9 LP

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