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PD Dr. Katharina Bremer
PD Dr. Katharina Bremer

Sprache und soziale Identität
Language and social identity

Fr, 11.15 -12.45
Kstr. 2 SR 004
Beginn: 15.4.2011

Gegenstand

Wie wir sprechen, zeigt den anderen, wer wir sind: unsere Wortwahl, unsere Aussprache, der Stil der Sprache, die wir jeweils verwenden, wird - auch - als Indikator für Zugehörigkeiten verschiedener Art gelesen. Das geschieht teils ohne unser Zutun, quasi unwillkürlich (wenn wir z.B. unseren süddeutschen Akzent nicht verbergen können), teils setzen SprecherInnen bestimmte Stilisierungen durchaus bewußt ein.
Wenn wir in diesem Proseminar versuchen, den Zusammenhang zwischen Sprache und sozialer Identität auszuloten, werden dabei theoretische Ansätze u.a. zur Wechselseitigkeit der Perspektiven (A.Schütz) und zum face-work (Goffmann) relevant werden. Als Beispielfelder für alltagsbezogene Analysen werden wir v.a. drei Bereiche näher betrachten: Migration und Mehrsprachigkeit bringt Menschen in eine Lage, in der ihnen unter Umständen keine Sprache mehr mühelos und selbstverständlich zur Verfügung steht; in der andererseits vielleicht gerade das Spiel mit dem Wechsel zwischen sprachlich-kulturellen Welten neue Möglichkeiten eröffnet. Für Jugendliche werden in bestimmten Phasen Gruppenzugehörigkeiten besonders wichtig - und können u.a. über Sprache gezeigt und ausgedrückt werden. Für Frauen und Männer bleibt dagegen zu diskutieren, wie geschlechtsspezifische Unterschiede im Sprechen zu beschreiben, zu erklären, und umso mehr, wie sie zu bewerten sind.

Organisationsform

Ziel der gemeinsamen Arbeit ist, durch das vorbereitete und begleitete Seminargespräch ein intensives Verständnis der vorgestellten Ansätze und Analysen zu gewinnen. Grundlage für die jeweilige Sitzung werden i.d. Regel kurze Referate der TeilnehmerInnen sein. Zu einzelnen Themen werden wir auch in Kleingruppen arbeiten.

Einführende Literatur:

Auer, Peter(1999): Sprachliche Interaktion. Eine Einführung anhand von 22 Klassikern. Tübingen.
Schlobinski, Peter /Heins, Niels-Christian (Hrsg.) (1998): Jugendliche und ´ihre Sprache`. Sprachregister, Jugendkulturen und Wertesysteme. Empirische Studien. Wiesbaden.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.2 Proseminar Linguistik: Mittel der Kommunikation/Sprachgeschichte (6 LP)
BA B 2.3 Proseminar Linguistik: Mittel der Kommunikation/Sprachgesch. (6 LP)

Master

1. Linguistik (Ling.)

MA Grundlagenmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Sprache und Erkennen (6 LP)
MA Vertiefungsmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Wissen und Text (6 LP)
MA Kompaktmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Sprache und Erkennen; wahlweise: Wissen und Text (6 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Proseminar: Hausarbeit oder mündliche ZP

Lehramt (neu)

A 3/a: Vertiefungsmodul: Proseminar Germanistische Sprachwissenschaft: Mittel der Kommunikation/Sprachgeschichte (6 LP)

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