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Dr. Jakub Šimek

Wolfram von Eschenbach: Parzival

Mi, 09:15 - 10:45
Kstr. 16 HS 007
Beginn: 17.10.2012

Gegenstand

Die Popularität des um 1200 entstandenen Versromans „Parzival“ Wolframs von Eschenbach dauerte bis in die Zeit des frühen Buchdrucks an. Eine hohe Zahl erhaltener Handschriften, Zitate und Anspielungen in zeitgenössischen und jüngeren Werken und ganze Scharen von Epigonen belegen dies. Doch das Werk ist nicht leicht zu lesen. Die berüchtigte „dunkle“ Sprache Wolframs mit ihrer seltsamen Metaphorik, die Komplexität der Handlung, die riesige Anzahl von Nebenfiguren und schließlich die Länge des Textes können den Leser abschrecken. Die Entschlossenen erwartet aber eine zauberhafte Geschichte über Schuld und Liebe, Versagen und Erfolg, über den langen Bewährungsweg eines außerordentlichen Helden. Zugleich verbindet der Roman, der eigentlich eine stark erweiterte Überarbeitung des französischen „Conte du Graal“ Chrétiens de Troyes darstellt, zwei Motive, die noch heute im allgemeinen Bildungsbewusstsein präsent sind: König Artus und der heilige Gral.
Im Laufe des Seminars soll das ganze Werk gelesen werden, teils im Original, teils in neuhochdeutscher Übersetzung. Ausgewählte Aspekte des Romans sollen dabei näher beleuchtet und diskutiert werden.

Organisationsform

Die Studierenden lesen jede Woche selbständig einen Textabschnitt (ca. 1500 bis 2000 Verse) und bearbeiten eine gestellte Aufgabe in der Form eines kurzen Essays (1–2 Seiten). Die regelmäßige Ausarbeitung der Essays ist Voraussetzung für die Zulassung zur Hausarbeit oder zur mündlichen Prüfung.
Vor der ersten Sitzung ist Buch 1 (V. 1,1–58,26) zu lesen.

Textgrundlage und einführende Literatur:

Textgrundlage:
Wolfram von Eschenbach: Parzival. Mhd. Text nach der Ausgabe von Karl Lachmann, Übers. und Nachw. von Wolfgang Spiewok. 2 Bde. Stuttgart 2011 (Reclams Universal-Bibliothek) (zur Anschaffung empfohlen). Oder: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. Mhd. Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann, Übers. von Peter Knecht. 2. Aufl. Berlin / New York 2003 (de Gruyter Texte) (alternativ zur Anschaffung empfohlen, bietet eine etwas bessere Übersetzung).
Zweisprachige Ausgabe mit Kommentar:
Wolfram von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns rev. und komm. von Eberhard Nellmann, übertr. von Dieter Kühn. 2 Bde. Frankfurt am Main 2006 (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch 7) (wegen des Kommentars sehr empfehlenswert, die Übersetzung jedoch mit Vorsicht zu genießen).
Weitere Sekundärliteratur:
Joachim Bumke: Wolfram von Eschenbach. 8., völlig neu bearb. Aufl. Stuttgart / Weimar 2004 (Sammlung Metzler 36).
Michael Dallapiazza: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren 12).
Hermann Reichert: Wolfram von Eschenbach. „Parzival“ für Anfänger. 2., völlig neu überarb. Aufl. Wien 2007.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.1/a Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)
BA B 2.2 Proseminar Mediävistik: zweite ältere Sprachstufe/klass. mhd. Literatur (6 LP)
BA B 2.3 Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Proseminar: Hausarbeit oder mündliche ZP

Lehramt (neu)

A 2: Basismodul Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)
A 3/b: Vertiefungsmodul: Proseminar Ältere deutsche Philologie: zweite ältere Sprachstufe/klass. mhd. Literatur, komplementär zu A 2 (6 LP)

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