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(auch EPG II)
Dr. Stefaniya Ptashnyk

Mehrsprachigkeitsforschung synchron und diachron
Multilingualism: Diachronic and Synchronic Perspectives

Mo, 16:00-18:00
PB SR 133
Beginn: 15.10.2012

Gegenstand

„Nicht die Einsprachigkeit, sondern die Mehrsprachigkeit stellt den Normalfall dar, Einsprachigkeit ist ein kulturbedingter Grenzfall von Mehrsprachigkeit und Zweisprachigkeit eine Spielart der letzteren“, stellt Lüdi (1996) fest. In der Tat finden wir europa- und weltweit einen Zustand vor, dass die Menschen in mehrsprachigen Gesellschaften leben und dass mehrere Sprachvarietäten auf dem gleichen Territorium oder in direkter Nachbarschaft verwendet werden.
Im Rahmen unserer Veranstaltung wollen wir uns zunächst mit den Grundbegriffen, Faktoren und Folgen der individuellen und der gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit beschäftigen, wie etwa Kompetenz und Performanz, Code-Switching und Code-Mixing, Sprachmischungen bei bilingualen Individuen, Sprachvariation, Sprachkontakt, Sprachkonflikt, Diglossie etc.
Danach wenden wir uns konkreten mehrsprachigen Situationen zu, in denen die deutsche Sprache als Kontaktsprache fungiert(e). Zum einen interessiert uns der Umgang mit der Mehrsprachigkeit in der Vergangenheit, z.B. das Verhältnis zwischen Deutsch und Latein oder die Sprachsituation in der Habsburger Monarchie vor 1918. Ferner sollen die heutigen Kontaktsituationen in mehrsprachigen Ländern und Regionen Europas (Elsass, Südtirol, Luxemburg oder die Schweiz) sowie in den Institutionen der Europäischen Union vorgestellt und diskutiert werden.

Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben. Sprechstunden finden im Anschluss an das Seminar sowie nach individueller Absprache statt.
Teilnahmevoraussetzung: bestandene Einführung in die Sprachwissenschaft

Organisationsform

Kurze Referate der TeilnehmerInnen, Arbeitsgruppen, Diskussionen im Plenum

Literatur:

Barbour, Stephen; Patrick Stevenson (1998): Variation im Deutschen: soziolinguistische Perspektiven. Berlin [u.a.].
Els, Theo van (2006): Multilingualism in der Europäischen Union. In: Wolff, Dieter (Hg.) (2006): Mehrsprachige Individuen - vielsprachige Gesellschaften. Frankfurt a.M. [u.a.]. S. 11-30.
Fischer, Wladimir (2001): Diglossie und Zweisprachigkeit im südlichen Innerösterreich, 1500-1700. In: Frühneuzeit-Info 12,2. S. 70-85.
Jancke, Gabriele (2005): Sprachverhalten in multilingualem Umfeld – Autobiographisches Schreiben des 15. und 16. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. In: Maaß, Christiane; Volmer, Annett (Hg.): Mehrsprachigkeit in der Renaissance. Heidelberg. S. 167-180.
Lüdi, Georges (1996): „Mehrsprachigkeit“, in: Goebl, Hans et al. (Hg.): Kontaktlinguistik/Contact Linguistics/La Linguistique de Contact (HSK), Band 1, S. , 233-245.
Müller, Natascha et al. (2001): Einführung in die Mehrsprachigkeitsforschung. 3., überarb. Auflage. Tübingen.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.1/a Proseminar Linguistik: Sprache als System (6 LP)
BA B 2.2 Proseminar Linguistik: Mittel der Kommunikation/Sprachgeschichte (6 LP)
BA B 2.3 Proseminar Linguistik: Sprache als System (6 LP)
BA B 2.3 Proseminar Linguistik: Mittel der Kommunikation/Sprachgesch. (6 LP)

Master

1. Linguistik (Ling.)

MA Grundlagenmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Sprache und Erkennen (6 LP)
MA Vertiefungsmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Wissen und Text (6 LP)
MA Kompaktmodul – Forschungswerkstatt/Übung Ling.: Sprache und Erkennen; wahlweise: Wissen und Text (6 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Proseminar: Hausarbeit oder mündliche ZP

Lehramt (neu)

A 2: Basismodul Proseminar Sprachwissenschaft: Sprache als System (6 LP)
A 3/a: Vertiefungsmodul: Proseminar Germanistische Sprachwissenschaft: Mittel der Kommunikation/Sprachgeschichte (6 LP)

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