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Prof. Dr. Tobias Bulang

Heinrich Wittenwiler, Der Ring

Do, 09:15 - 10.45
PB SR 137
Beginn: 18.10.2012

Gegenstand

In Heinrich Wittenwilers ›Ring‹ wird die turbulente Geschichte über die Werbung des Bauerntölpels Bertschi Triefnas um die häßliche Mätzli Rührenzumpf erzählt. Werbung und Hochzeit entfalten eine desaströse Dynamik, die schließlich zum als Weltkrieg inszenierten Untergang des Dorfes Lappenhausen führt. Wittenwilers ›Ring‹ versammelt nicht nur eine Reihe von schwankhaften Motiven, die oft in obszöner Drastik zugespitzt werden, sondern integriert auch eine Fülle von wissensliterarischen Texten der Zeit (Turnierlehre, Schülerspiegel, Tugendlehre, Haushaltslehre, Diätetik, Tischzuchtlehre, medizinisches Rezept, religiöse Allegorie, Kriegslehre, Ringbücher, Liedtexte und weitere). Zugleich bedient er sich bei verschiedenen literarischen Formen. Diese eigentümliche Kombination stellt im Spätmittelalter ein singuläres literarisches Ereignis dar, welches der Forschung nach wie vor Rätsel aufgibt. Das Hauptseminar stellt das Verhältnis von Wissen und Literatur ins Zentrum der Diskussion. Angestrebt werden wissensgeschichtliche und literaturtheoretische Zugänge zu diesem Werk, auch soll der rezente Forschungsstand zum Text vermittelt werden.
In der ersten Sitzung ist eine Textkenntnisklausur vorgesehen.



Organisationsform

gemeinsame Lektüre und Übersetzung, intensive Diskussion, Impulsreferate, Moderation einzelner Sitzungen durch Studierende, gemeinsame Lektüre spätmittelalterlicher Fachliteratur, Übung zur Textsorte Kommentar
Ring’

Literatur:

Für die Seminararbeit ist ›eine‹ der folgenden Ausgaben zu besorgen und vor dem Seminar zu lesen:
Heinrich Wittenwiler, Der Ring. Frühneuhochdeutsch / Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Edmund Wießner ins Neuhochdeutsche übersetzt von Horst Brunner, Stuttgart 1991.
oder
Heinrich Wittenwiler, Der Ring. Text – Übersetzung – Kommentar. Nach der Münchner Handschrift hg., übersetzt und erläutert von Werner Röcke unter Mitarbeit von Annika Goldenbaum, Berlin, Boston 2012.
Bei der Lektüre kann neben den Kommentaren der angeführten Ausgaben auch folgender Kommentar nützlich sein: Edmund Wiessner, Kommentar zu Wittenwilers ›Ring‹, Darmstadt 1964 (Unveränderter reprographischer Nachdruck der Aufgabe Leipzig 1936).


Studiengänge und Module

Master

3. Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (MA/FNZ)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar MA/FNZ 1: Mittelalter (10 LP)
MA Vertiefungsmodul Mittelalter – Oberseminar: Mittelalter (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar MA/FNZ: Literatur des Mittelalters oder der Frühen Neuzeit (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Mediävistik: 9 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)

Master Editionswissenschaft

Basismodul II 3 – Hauptseminar: Textkritik älterer Texte (4 LP)
Basismodul III 1 – Hauptseminar: Editorische Praxis an älteren Texten (6 LP)

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