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Prof. Dr. Klaus-Peter Konerding

Sprache und Emotion
Language and Emotion

Di, 14:15 - 16:45
PB SR 137
Beginn: 16.04.2013

Gegenstand

Das Seminar soll mit dem Zusammenhang zwischen Sprache und Emotion bekannt machen und dessen Rolle für Kognition, Gedächtnis, Erfahrung und Handeln sowie soziale Interaktion beleuchten. Zerebral werden alle Erfahrungen des Menschen emotiv bewertet, Emotionen beeinflussen damit letztlich das gesamte menschliche Verhalten. Die Kontrolle und Form der Äußerung von Emotionen, insbesondere im Rahmen von sozialen Interaktionen, sind in menschlichen Gesellschaften in verschiedenen Formen von Regelungen und konventionellen Praktiken kanalisiert. Da menschliche Interaktion wesentlich durch Sprache mitgetragen wird, spielen Sprache und Sprachgebrauch sowie paraverbales Verhalten für die Äußerung sowie die kommunikative Evokation bzw. Reduktion von Emotionen – und die Beeinflussung von Kognitionen – eine nicht unwesentliche Rolle. Die klassische Rhetorik sucht seit ihren Anfängen in der Antike aus dem affektiv-emotionalen Potential spezieller Formen und Muster sprachlicher Äußerungen planvoll Nutzen zu ziehen. Bei Cicero, Quintilian und Pseudo-Longinus stehen die affektregulierenden Techniken sogar im Zentrum der Redekunst (Pathos: Delectare, Conciliare, Movere, Concitare – Auslösung und Besänftigung). Die Beherrschung von Affekten und die sprachliche Vermittlung beherrschter Affekte werden darüber hinaus seit dieser Zeit mit dem Begriff des Erhabenen in Verbindung gebracht. – Aktuell haben vor allem die Ergebnisse der kognitiven Neurowissenschaften, speziell Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (»Neuroimaging«), in den letzten 10 Jahren Erkenntnisse in diesem Bereich revolutioniert. Prominentestes Resultat dieser Entwicklungen ist derzeit das Exzellenzcluster ›Languages of Emotion‹ an der FU Berlin. Anhand von elementaren Aspekten soll Interesse für den Bereich geweckt werden. – Bitte beachten: Aufgrund des Umfangs des zu bearbeitenden Gegenstands wird das Seminar als wöchentlich dreistündige Veranstaltung angeboten.

Organisationsform

Hochschuldidaktische Gestaltung einer Seminarsitzung mit Hilfe des Seminarleiters mit dem Ziel, ausgewählte Wissensgebiete auf der Grundlage eines selbst erstellten Arbeitspapiers anschaulich zusammenzufassen und mittels Transferaufgaben bzw. -fragestellungen zu vertiefen. Ein besonderes Ziel dabei ist es, eine erfolgreiche Plenumsdiskussion zu initiieren und zu moderieren. Innerhalb von Arbeitsgruppen soll das Erlernte erprobt werden.

Einführende Literatur:

Schwarz-Friesel, Monika (2007): Sprache und Emotion. Tübingen: Francke (UTB)
Damasio, Antonio (2003): Looking for Spinoza. Joy, Sorrow, and the Feeling of the Brain. Orlando, FL.: Hartcourt.

Studiengänge und Module

Master

1. Linguistik (Ling.)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar Ling. 1: Lexikon – Grammatik – Weltkonstitution (diachron und synchron) (10 LP)
MA Grundlagenmodul – Oberseminar Ling. 2: Bedeutung – Begriff – Konzept (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Ling. 1: Wissensformate, Wissenstransfer, Wissenskommunikation (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Ling. 2: Textstrukturen und Textkulturen (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar Ling.: Lexikon – Grammatik – Weltkonstitution (diachron und synchron) (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Germanistische Sprachwissenschaft: 9 LP

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