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Dr. Christoph Roth

Der mittelhochdeutsche Leich

Fr, 9:15 - 10:45
PB SR 137
Beginn: 19.04.2013

Gegenstand

„Der Leich stellt die Prunk- und Großform der mittelalterlichen deutschen Lieddichter dar. […] Es handelt sich um umfangreiche Dichtungen in der Regel mit über hundert oft besonders kunstvoll gereimten Versen […]. Die Zeilen sind in unterschiedlichen strophenartigen Abschnitten, Versikeln, angeordnet. Anders als bei den Strophenliedern oder den Sangsprüchen wird bei den Leichs nicht immer wieder ein und dieselbe Melodie wiederholt, die Stücke sind vielmehr plan- und kunstvoll versikelweise durchkomponiert […]. In den selteneren religiösen Leichs […] geht es um das Lob der Trinität, um Christus und Maria – oft sind alle drei Themen ineinandergewoben. Die häufigeren weltlichen Leichs thematisieren in allgemeiner Weise die Liebe, auch den Preis aller Frauen oder einer bestimmten Dame [...]. In Tanzleichs wird abschließend zum Tanz aufgefordert.“ (Horst Brunner, Geschichte der deutschen Literatur des Mittelalters im Überblick, Stuttgart 1997, S. 238f.; ohne Kennzeichnung nahezu wörtlich zitiert im Wikipedia-Artikel zum Thema „Leich“). Ein Ziel unserer Seminararbeit wird es sein, die formalen und inhaltlichen Besonderheiten des Leichs im Vergleich mit den Liedern derselben Autoren (Heinrich Frauenlob, Heinrich von Rugge, Konrad von Würzburg, Otto von Botenlauben, Rudolf von Rotenburg Ulrich von Gutenburg, Ulrich von Winterstetten, Walther von der Vogelweide, Der Wilde Alexander) unter Zuhilfenahme für mittelalterliche Texte einschlägiger Analysemethoden genauer zu fassen.

Organisationsform

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen Ihre Interpretationsvorschläge einzelner Leichs im Plenum zur Diskussion.

Textgrundlage und einführende Literatur:

Textausgaben:
Des Minnesangs Frühling. Unter Benutzung der Ausgaben von KARL LACHMANN und MORIZ HAUPT, FRIEDRICH VOGT und KARL VON KRAUS, herausgegeben von MOSER, HUGO/ TERVOOREN, HELMUT; 38., erneut rev. Aufl., Stuttgart 1988.
Deutsche Liederdichter des 13. Jahrhunderts, hrsg. von CARL VON KRAUS, 1. Texte; 2. Aufl. / durchges. von GISELA KORNRUMPF. Tübingen 1978.
Walther von der Vogelweide, Leich, Lieder, Sangsprüche, 14., völlig neubearbeitete Auflage der Ausgabe KARL LACHMANNS, hg. von CHRISTOPH CORMEAU, Berlin/ New York 1996.
Deutsche Lyrik des späten Mittelalters, hg. von BURKHART WACHINGER (Deutscher Klassikerverlag im Taschenbuch 43), Berlin 2010.
Literatur: HUGO KUHN, Leich, in: Reallexikon der Deutschen Literaturgeschichte, Band 2, Berlin 1965, S.39-42; JENS HAUSTEIN, Leich, in: Reallexikon der Deutschen Literaturwissenschaft (RLW neu), Band 2, Berlin/ New York 2000, S. 397-399. (Weitere Texte und Forschungsliteratur im Seminar)

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.1/a Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)
BA B 2.2 Proseminar Mediävistik: zweite ältere Sprachstufe/klass. mhd. Literatur (6 LP)
BA B 2.3 Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Proseminar: Hausarbeit oder mündliche ZP

Lehramt (neu)

A 2: Basismodul Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)
A 3/b: Vertiefungsmodul: Proseminar Ältere deutsche Philologie: zweite ältere Sprachstufe/klass. mhd. Literatur, komplementär zu A 2 (6 LP)

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