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Prof. Dr. Ludger Lieb

Hermann von Sachsenheim, Die Mörin

Do, 9:15 - 10:45
PB SR 122
Beginn: 18.04.2013

Gegenstand

Die Mörin von Hermann von Sachsenheim ist mit über 6000 Versen eine der längsten erzählenden Minnereden des späten Mittelalters. Der Text, der 1453 entstanden und ungewöhnlich häufig überliefert ist (8 Hss., 4 Drucke), hat einerseits eine recht konventionelle Rahmenhandlung: Der Ich-Erzähler wird vor ein Minnegericht geführt, auf der er seiner angeblichen Untreue wegen von Frau „Venus Minne“ verurteilt werden soll. Andererseits ist der Text vor allem deswegen interessant, weil er eine einzigartige Fülle literaturgeschichtlicher, heilsgeschichtlicher und zeitgenössischer Anspielungen macht, die ihn wie eine literarische Summe höfischer Kultur und Kommunikation erscheinen lassen. Das Seminar möchte sowohl die Überlieferung des Textes und Möglichkeiten der Edition erschließen als auch die Implikationen des Textes diskutieren und möglichst umfassend darstellen. Zu diesem Zwecke werden Expertengruppen zu folgenden Themen gebildet: Hermann von Sachsenheim und sein soziales Umfeld, Heldenepik, höfischer Roman, Minneredentradition, biblische Exempelfiguren und Heilige, Heiden und Fremde, zeitgenössische historische Anspielungen, mittelalterliches Recht, Überlieferung u.a.

Organisationsform

gemeinsame Lektüre, Kurzreferate und gemeinsame Diskussion im Seminar

Einführende Literatur:

- Hermann von Sachsenheim. Die Mörin. Nach der Wiener Handschrift ÖNB 2946. Hg. von Horst Dieter Schlosser. (Deutsche Klassiker des Mittelalters 3) Wiesbaden 1974.
- Hermann von Sachsenheim. Hg. von Ernst Martin. (Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart 137) Tübingen 1878, S. 46-231 (http://archive.org/details/hermannvonsachs02sachgoog).
- Jacob Klingner, Ludger Lieb: Handbuch Minnereden. 2 Bände. Berlin – Boston 2013, Bd. 1. Nr. B466
- Dietrich Huschenbett, Hermann von Sachsenheim. Namen und Begriffe. Kommentar zum Verzeichnis aller Namen und ausgewählter Begriffe im Gesamtwerk. (Würzburger Beiträge zur deutschen Philologie 34) Würzburg 2007.
- Peter Strohschneider, Ritterromantische Versepik im ausgehenden Mittelalter. Studien zu einer funktionsgeschichtlichen Textinterpretation der ›Mörin‹ Hermanns von Sachsenheim sowie zu Ulrich Fuetrers ›Persibein‹ und Maximilians I. ›Teuerdank‹. (Mikrokosmos 14) Frankfurt/M. – New York 1986.


Studiengänge und Module

Master

3. Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (MA/FNZ)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar MA/FNZ 1: Mittelalter (10 LP)
MA Vertiefungsmodul Mittelalter – Oberseminar: Mittelalter (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar MA/FNZ: Literatur des Mittelalters oder der Frühen Neuzeit (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Mediävistik: 9 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)

Master Editionswissenschaft

Basismodul I 2 – Hauptseminar: Sprachhistorische Grundlagen des Editierens von älteren Texten (4 LP)
Basismodul II 3 – Hauptseminar: Textkritik älterer Texte (4 LP)
Basismodul III 1 – Hauptseminar: Editorische Praxis an älteren Texten (6 LP)

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