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Michael Ott

Schreiben, lesen, übertragen. Schrift und Kommunikation in mittelalterlicher Epik

Mo, 18:15 - 19:45
PB SR 123
Beginn: 14.10.2013

Gegenstand

Dass es mitunter sehr aufwendig ist, mit einer Nachricht Zeit und Raum zu überbrücken, gerät angesichts gegenwärtiger Kommunikationsmöglichkeiten wie eMail, SMS und Ähnlichem leicht in Vergessenheit. Wenn der Empfänger nicht unmittelbar präsent ist, sind – insbesondere in der Zeit vor einer elektronischen Signalübertragung – verschiedene Techniken, Institutionen, Menschen und Materialien notwendig, um Kommunikation zu ermöglichen.

Im Seminar werden wir uns anhand von Textpassagen verschiedener mittelalterlicher Texte (u.a. Wolframs »Parzival« und »Titurel«, Hartmanns »Gregorius«, Heinrich Wittenwilers »Ring«) mit den Ermöglichungsbedingungen von Kommunikation auseinandersetzen. Ein Schwerpunkt wird dabei auf den materialen Aspekten vor allem von schriftlicher Kommunikation liegen. Zu fragen ist in diesem Zusammenhang aber auch nach Grundlagen bestimmter Formen mündlicher Kommunikation, etwa im Fall von Botengängen oder bei rechtlichen und gerichtlichen Verhandlungen.

Durch die Auseinandersetzung mit schriftgebundener Kommunikation dürften auch Fragen der Figurendarstellung, der Erregung von Affekten und nicht zuletzt auch Fragen nach der Modellierung von Autorschaft in den Blick geraten. Zudem weist das Seminarthema Berührungspunkte auf zur fast schon klassischen Forschungsdiskussion rund um die Differenz Mündlichkeit/Schriftlichkeit sowie zur Auseinandersetzung mit der Materialität und Präsenz von Geschriebenem, wie sie am Heidelberger Sonderforschungsbereich 933 (»Materiale Textkulturen«) stattfindet.

Organisationsform

- Individuelle Auseinandersetzung mit den mittelalterlichen Texten und mit der Sekundärliteratur mittels häuslicher Lektüre
- Gemeinsame Auseinandersetzung mit den Texten in Plenumsdiskussionen und Gruppenarbeit
- Anfertigung von zwei Essays

Einführende Literatur:

Horst Wenzel (Hrsg.): Gespräche - Boten - Briefe. Körpergedächtnis und Schriftgedächtnis im Mittelalter. (Philologische Studien und Quellen 143) Berlin 1997.

Studiengänge und Module

Bachelor

BA B 2.1/a Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)
BA B 2.2 Proseminar Mediävistik: zweite ältere Sprachstufe/klass. mhd. Literatur (6 LP)
BA B 2.3 Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Proseminar: Hausarbeit oder mündliche ZP

Lehramt (neu)

A 2: Basismodul Proseminar Mediävistik: klass. mhd. Literatur (6 LP)
A 3/b: Vertiefungsmodul: Proseminar Ältere deutsche Philologie: zweite ältere Sprachstufe/klass. mhd. Literatur, komplementär zu A 2 (6 LP)

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