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Prof. Dr. Barbara Beßlich

Frankreichbilder in der deutschen Literatur der Moderne

Do, 16:15 - 17:45
Kstr. 2 SR 004
Beginn: 17.10.2013

Gegenstand

Stefan George schwärmt in seinem Gedicht ›Franken‹ (1899) von »der heitren anmut stadt · der gärten | Wehmütigem reiz«, die er im Nachbarland der Deutschen gefunden habe. Das Seminar möchte deutsche Frankreichbilder in der Zeit zwischen 1870 und 1933 in den Blick nehmen und dabei besonders ihre literarischen, kulturellen und sozialen Kontexte berücksichtigen. Ausgehend von dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 sollen diverse Elsass-Diskurse in der Literatur zwischen Moderne und Antimoderne verortet werden (Stadler, Lienhard). Französische Nationalstereotype zwischen politisch linken und rechten Positionen werden an Heinrich Manns ›Zola‹-Essay (1915) und Thomas Manns Kriegsschriften besprochen, aber auch Thomas Manns Revision seines Frankreichbildes in der ›Pariser Rechenschaft‹ (1926) soll berücksichtigt werden. Einzelne Rezeptionsstränge (wie etwa Benns Pascal-Lektüre oder Franz Bleis Transfer französischer Literatur in eigenen Zeitschriften) werden ebenso avisiert wie die Bedeutung zentraler Vermittlerfiguren wie Hermann Bahr, Rausch/Benrath oder Oskar A.H. Schmitz.
Das Seminar steht im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt, das gemeinsam mit der Université Paris-Sorbonne konzipiert wird. Die Teilnahme der Studierenden an einer Journée d‘études dieses Forschungsprojekts in Heidelberg am 24./25. Januar 2014 ist erwünscht.
Teilnahmevoraussetzung ist die Lektüre folgender zwei Texte, deren Kenntnis in der ersten Sitzung in einer Eingangsklausur überprüft wird.
Gottfried Benn: Frankreich und Wir. In: Ders.: Essays und Reden in der Fassung der Erstdrucke. Mit einer Einführung hg.v. Bruno Hillebrand. Frankfurt a.M. 1997, S. 77–82.
Thomas Mann: Pariser Rechenschaft. In. Ders.: Essays (1914–1926). Hg. u. textkritisch durchgesehen v. Hermann Kurzke unter Mitarbeit v. Joëlle Stoupy, Jörn Bender u. Stephan Stachorski. Frankfurt a.M. 2002 (Große Kommentierte Frankfurter Ausgabe, 15,1), S. 1115–1214.

Organisationsform

Arbeitsgruppen, Referate, Gespräche im Plenum. Regelmäßige Teilnahme ist verpflichtend. Unentschuldigtes Fehlen führt zum Ausschluss von der Veranstaltung.

Einführende Literatur:

Ruth Florack: Tiefsinnige Deutsche, frivole Franzosen. Nationale Stereotype in deutscher und französischer Literatur. Stuttgart, Weimar 2001. Jens Häseler, Olaf Koch, Christoph Deupmann (Hgg.): Gallophobie im 18. Jahrhundert. Berlin 2005. Alfons Söllner (Hg.): Deutsche Frankreichbücher aus der Zwischenkriegszeit. Baden-Baden 2011.

Studiengänge und Module

Master

2. Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Lit.)

MA Grundlagenmodul – Oberseminar Lit. 2: Neuere deutsche Literatur nach dem Naturalismus (10 LP)
MA Vertiefungsmodul – Oberseminar Lit. 2: Neuere deutsche Literatur (Vertiefungsmöglichkeit Kulturgeschichte) (10 LP)
MA Kompaktmodul – Oberseminar Lit.: Neuere deutsche Literatur mit Vertiefungsmöglichkeit in Poetologie oder Kulturgeschichte (10 LP)

Magister und Lehramt (alt)

Mag und LA (alt) Hauptseminar: Hausarbeit

Lehramt (neu)

B 1: Aufbaumodul: Hauptseminar Literaturwissenschaft: Humanismus bis Gegenwart/Poetologie/Literaturtheorie/Editionsphilologie (9 LP)
B 2: Vertiefungsmodul: Hauptseminar Neuere deutsche Literaturwissenschaft: Humanismus bis Gegenwart: 9 LP (in: HF / HF+K/M / EF+HF)

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