Literaturgeschichtliches Proseminar
Dr. Marcel Krings


Schiller: Geschichtsdramen (Schiller: Historical Dramas)
BA B2.2; BA B2.3
Mag, LA, BA

Di 11.15 - 12.45
Beginn: 16.10.2007
PB SR 038


Gegenstand: Schiller (1759-1805) gilt vielen als Idealist. Wirklich glaubte er anfangs, Geschichte steuere auf einen Staat der Freiheit und Vernunft zu. Seine Geschichtsdramen seit dem Wallenstein (1799) sprechen jedoch eine andere Sprache. In ihnen behandelt Schiller Stoffe der frühen Neuzeit, die historische Entwicklungen der eigenen Epoche reflektieren und Idealismus bezweifeln. So schildert die Jungfrau von Orleans (1802) das Erwachen des Nationalismus, Wilhelm Tell (1804) eine Privatrache und Maria Stuart (1801) den Triumph der Staatsräson. Zwar folgte Schiller damit dem Prinzip der analytischen Geschichtswissenschaft. Er gibt indes zu bedenken, dass der Geschichtsprogress viel banalere Motive besitzt als idealistische Spekulation es sich träumen ließ. In geistesgeschichtlichen Kontext, Regeln der Drameninterpretation und der Gattung führe ich ein.
Organisationsform: Gemeinsame Plenumsdiskussion
Voraussetzungen: BA B 2.2: B 1.1, B 2.1, PS Mag und LA: OP
BA B 2.3: B 1.2, PS Mag und LA: OP
Leistungsnachweis: BA B 2.2: PS in Verbindung mit VL: 6 LP durch Hausarbeit und mündl. oder schriftl. Vorleistungen
BA B 2.3: 10 LP, je 5 LP in 2 Proseminaren durch Hausarbeit und mündl. oder schriftl. Vorleistungen
Einführende Literatur: Kommentar und Bibliographie in: Friedrich Schiller: Werke und Briefe, hg. v. Otto Dann et. al., Frankfurt/Main (Deutscher Klassiker Verlag), Bd. 5, hg. v. Matthias Luserke, 1996; Walter Hinderer (Hg.): Interpretationen. Schillers Dramen, Stuttgart 1992 (darin auch eine Bibliographie); Walter Hinderer (Hg.): Schillers Dramen. Neue Interpretationen, Stuttgart 1979.