Kunst - Kunstbetrieb - Kunstgeschichte
Projekt
»Die Kunst bedarf keiner Sprache, da sie sich durch ihre Werke darstellt.« Die Vorstellung, Kunstwerke sprächen für sich, bestimmten ihren Platz im Kunstbetrieb von sich aus und würden durch Kommentare lediglich von außen begleitet, geht an der Realität vorbei. Was Kunst ist, wird im Diskurs ausgehandelt. Das gilt für Qualitätszuschreibungen ebenso wie für Stil- und Epochenbegriffe, für die Rede vom Verfall der Malerei oder der Beliebigkeit der Postmoderne.
Die Wissensdomäne Kunst - Kunstbetrieb - Kunstgeschichte untersucht die Rolle der Sprache im Umfeld der Kunst, fragt mit den Mitteln der lexikalischen Semantik, der Text- und der Diskursanalyse, nach Leitbegriffen, Stigmabegriffen, Topoi der Argumentation, der sprachlichen Konstruktion von Gruppenidentitäten (deutsche Kunst vs. Kunst in Deutschland, die Moderne usw.). Dabei wird auch die Frage nach den Formen und dem Gelingen der sprachlichen Vermittlung von Kunst in die Öffentlichkeit, von Experten zu Laien, untersucht.
Ereignisse & Ergebnisse
- Vom 24.–26.02.2010 fand an der Universität Heidelberg die Tagung
Sprachliche Identitätsentwürfe in der Kunstkommunikation statt. Die Publikation eines Tagungsbands ist für 2011 geplant.
Kommunikationsraum documenta12 war ein Projekt an der Universität Kassel, das die 2007 stattfindende Ausstellung zum Gegenstand hatte.- Hausendorf, Heiko (Hg.) (2007): Vor dem Kunstwerk. Interdisziplinäre Aspekte des Sprechens und Schreibens über Kunst. Paderborn: Wilhelm Fink. (
Verlagsinformationen) - Müller, Marcus: Geschichte - Kunst - Nation. Die sprachliche Konstituierung einer 'deutschen' Kunstgeschichte aus diskursanalytischer Sicht. Berlin, New York: de Gruyter. (
Verlagsinformationen)
Projektziele der Wissensdomäne Kunst - Kunstbetrieb - Kunstgeschichte
Projektleitung und Kooperationspartner
Prof. Dr. Andreas Gardt
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Dr. Marcus Müller
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Prof. Dr. Heiko Hausendorf
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