Geschichte - Politik - Gesellschaft

Projekt

Dass in den gesellschaftswissenschaftlichen Fachdisziplinen die sprachliche Konstitution ihrer Gegenstände nicht hintergehbar und daher in der Forschungspraxis zu berücksichtigen sei, ist spätestens in den letzten 20 Jahren in diesen Disziplinen zunehmend bewusst geworden. So haben sich Forschungszweige wie die Mentalitäts- und Diskursgeschichtsschreibung, die Politische Kultur-Forschung sowie die soziologische Diskursanalyse etabliert, in denen die sprachliche Konstitution bzw. Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen und sprachtheoretische Reflexionen an der Tagesordnung sind. Noch zu wenig beachtet wird dabei in allen drei Disziplinen, dass auch die Sprachwissenschaft auf diesen Feldern aktiv ist und linguistisches Wissen bereit hält, das auch in diesen Domänen Erkenntnis fördernd sein kann. Daher zielt dieses Teilprojekt des Netzwerks »Sprache und Wissen« zum einen auf eine Kooperation mit den entsprechenden Forschungsansätzen der Politik-, Geschichts- und Sozialwissenschaften ab. So kann z.B die linguistische Analyse des »Begriffe besetzens« in der Geschichtswissenschaft bezüglich der zentralen »Begriffe« Diskurs, Mentalität und Kultur zur Metareflexion der geschichtstheoretischen Debatten beitragen. Oder es können die immer wieder auftretenden Probleme bei der öffentlichen Vermittlung fachwissenschaftlicher Forschungsergebnisse wie bei der Goldhagen-Kontroverse und den Diskussionen um die Wehrmachtsausstellung analysiert werden, um daraus Konsequenzen für die sprachliche und mediale Präsentation solcher Auseinandersetzungen abzuleiten.

Zum zweiten soll in diesem Projekt die öffentliche Vermittlung praktischen politischen »Wissens« und politischer Entscheidungsprozesse auf ihren verschiedenen Ebenen beobachtet und untersucht werden. Damit berührt es den klassischen sprach- und politikwissenschaftlichen Forschungsbereich der politischen Kommunikation, für den es eine Plattform zum Austausch der je spezifischen Erkenntnisinteressen und Untersuchungsmethoden der beteiligten Wissenschaftsdisziplinen bereitstellen will. Darüber hinaus will das Projekt auch die alltägliche politolinguistische Aufklärung (durch lexikalische, Argumentations-, Text- und Diskursanalysen) über die sprachliche Konstitution öffentlich relevanter, d.h. also politischer Gegenstände fördern - in Kooperation mit bereits etablierten Einrichtungen wie der  AG Sprache in der Politik e.V., dem  Forschungsbereich Öffentliche Sprache/Öffentliche Kommunikation an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf oder der Zeitschrift  Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur. In diesem Rahmen soll auch sprachwissenschaftliches Fachwissen für Praktiker (PolitikerInnen, Medienschaffende, Lehrer/innen) zur Verfügung gestellt werden.



Projektziele

In Vorbereitung.

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Projektleitung

Prof. Dr. Martin Wengeler

Anschrift:
Universität Trier
FB II Germanistik
Germanistische Linguistik
D-54286 Trier

Telefon: 0211 / 8113684
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Fachlicher Kooperationspartner

Prof. Dr. Edgar Wolfrum

Anschrift:
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Historisches Seminar
Grabengasse 3-5
D-69117 Heidelberg


Telefon: 06221 / 543717
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Dr. Kersten Sven Roth

Anschrift:
Universität Zürich
Deutsches Seminar
Schönberggasse 9
CH - 8001 Zürich
Schweiz

Telefon: +41 (0)44 634 25 61
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Dr. Alexander Ziem

Anschrift:
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Germanistische Sprachwissenschaft
Germanistisches Seminar
Universitätsstraße 1
D-40225 Düsseldorf

Telefon: 0211 / 8114280
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